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Jugendhaus Leipheim

aus Günzburger Zeitung vom 06.08.2007, S. 25

Die Jugend trifft sich in der „Boxxx“
Jugendhaus Zum Tag der offenen Tür in Leipheim kamen Nachbarn und Jugendliche

Leipheim (sck)
Am Samstag, Tag der offenen Tür, machten sich Neugierige ein Bild von dem nur 60 Quadratmeter Container an der Günzburger Straße. Die jungen Leipheimer entschieden sich am diesem Tag, wie das neue Jugendhaus heißt. Darauf fertigten sie mit dem Künstler Eduard Hollmann ein Schild und hängten es über die Tür auf. Einen Namen zu finden, den alle gut finden und der noch in ein paar Jahren zum Jugendhaus passt, war nicht leicht. Etwa eine Stunde saßen die jungen Leute mit Eduard Hollmann und ihrem Betreuer, dem Sozialpädagogen Burkhardt Wagner, vor dem bunten Graffiti-Container und tauschten Ideen aus. „Atzen im Suff“ war ein erster Favorit- „Atzen bedeutet in der Jugendsprache „Freunde“. Aber davon kamen die Atzen schnell wieder ab. Schließlich wäre der Name gegen die Regeln im Jugendhaus: Kein Alkohol, keine Drogen, keine Gewalt, Rauchen im Haus verboten. „Leipheimer Crime“ gefiel einigen, aber auch diesen Namen verwarfen sie wieder. Für Kriminelle wollen sie dann doch nicht gehalten werden. Nach einigen Hin und Her und viel Lachen, fiel die Entscheidung für „Boxxx“ (vom Englischen Wort „Box“ für „Kiste“) „Boxxx passt zum Container und sieht mit drei X auch gut aus“, sagte Benjamin. Weil einige Anlieger befürchten, die Leipheimer Jugend zu viel Krach im Viertel machen, erklärt Burkhardt Wagner, dass das Jugendhaus nur Montag und Donnerstag von 18 bis 21 Uhr und am Mittwoch von 16 Uhr öffnet: „Wir nehmen Rücksicht, lassen Türe und Fenster zu. Weil der Raum klein ist, wird die Musik ohnehin nicht so laut aufgedreht. Ich bin immer dabei. Wenn etwas sein sollte, wenden Sie sich bitte an mich.“
Viele Jugendliche würden gern öfters in die „Boxxx“ gehen als nur dreimal die Woche, zum Beispiel Alexander. Aber dass lässt die Stelle des Sozialarbeiters nicht zu, der dreiviertel seiner Zeit Quartiersmanager in der Hermann-Köhl-Straße ist. Neben der offenen Jugendarbeit plant er Sport und ab und an einen Ausflug. Wer Lust auf Verantwortung hat, kann bei ihm die Jugendleiter-Card „Juleica“ erwerben.

In der „Boxxx“ ist es eng         
Die Jugendlichen sind froh, dass sie nach der „Schimmelbude“ wieder ein Jugendhaus haben. Viel Platz bietet die „Boxxx“ mit ihren 60 Quadratmeter jedoch nicht. Bei 15 bis 20 Jugendlichen im Haus wird es schnell sehr eng. „120 Quadratmeter müssten es eigentlich sein“, stellte die Kreisjugendpflegerin Antonia Wieland fest. Die Boxxx setzt sich aus vier Containern zusammen. Zwei bilden den Raum, in dem der Billiardtisch, eine Dart-Scheibe, die Musikanlage, Spiele, Discolichter und die Kaffeebar stehen. Im dritten Container stehen zwei Computer ein Sofa und ein Tischkicker. Im einem weiteren Container befindet sich der Flur, von dem eine kleine Küche und die Toiletten abgehen. Für zwei weitere Container fehlen die finanziellen Mittel. Wer Geld spenden möchte oder einen Container von etwa 2,50 auf sechs Meter übrig hat, kann sich gerne bei Burkhardt Wagner im Büro Soziale Stadt melden.

“Ghetto Atzen, “Crazy” oder vielleicht “WunderBar”? Das war alles nicht das Wahre. Man einigte sich auf “Boxxx”.

Teamwork und ein erster erfolgreicher Tag im Jugendhaus. Alexander und Nikolai präsentieren die passende Schrift zum Grafitti-Haus. (Fotos: Martina Schröck)

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